WALL STREET JOURNAL GERMANY FEATURED GEORGE STROUMBOULIS' REALITY SHOW ON GREEK REAL ESTATE
FEATURE AT A GLANCE
Outlet: The Wall Street Journal Deutschland
Archive date: February 23, 2013
Publication date: February 23, 2013
Format: Newspaper feature, German-language edition
Language: German
Journalist / host: Stefanos Chen and Nektaria Stamouli
ENGLISH SUMMARY
The German-language edition of The Wall Street Journal covered Hellenic Home Hunting in Häuserkauf auf Griechisch. The feature described the program’s international audience, followed prospective buyers and considered the realities of the Greek property market during the financial crisis. This English overview accompanies the preserved German text and coverage image, keeping the original article available within its historical context.
KEY TAKEAWAYS
The German feature explained why a series filmed in Greece was being broadcast to viewers abroad.
Its reporting combined buyers’ experiences with local market conditions and the practical challenges of purchasing property.
FEATURE DETAILS
George Stroumboulis was featured in the German edition of the internationally-recognized newspaper, the Wall Street Journal. In addition to the feature in the United States edition, the Wall Street Journal Deutschland published an article with the title – Häuserkauf auf Griechisch. Written by journalists Stefanos Chen and Nektaria Stamouli, this article outlined the TV program and how it is not for local consumption. To read the full article online, see below.
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Häuserkauf auf Griechisch | Samstag, 23. Februar 2013
Von STEFANOS CHEN und NEKTARIA STAMOULI
Die Welt des Reality-TV ist bunt. Aus Griechenland kommt eine neue Facette dazu: Hauskäufer, die in einem krisengeschüttelten Staat nach Immobilien-Schnäppchen suchen. „Hellenic Home Hunting" heißt die Show.
Das eigentlich Interessante: Der Produzent George Stroumboulis dreht die Fernsehsendung in Griechenland. Die Protagonisten sind Griechen. Aber die Sendung wird auf Englisch gezeigt – mit griechischen Untertiteln. Und sie läuft nicht in dem südeuropäischen Krisenland.
„Griechen in Griechenland interessieren sich nicht für die Sendung", sagt Stroumboulis, ein 31-jähriger kanadischer Marketing-Fachmann, dessen Vorfahren aus Griechenland kommen. Stattdessen richtet sich die Sendung an Zuschauer aus dem Ausland: Anfang des Monats lief die erste Folge auf dem griechischen Sender Antenna, der in Nordamerika, dem Großteil Europas und in Australien zu empfangen ist.
Die Sendung zeigt, warum sich der griechische Häusermarkt nur schwer erholen kann: Die wenigsten im Land können von den günstigen Preisen profitieren. Immobilien sind seit der Spitze im Jahr 2008 um 40 Prozent gefallen. In der ersten Jahreshälfte erwarten Immobilienhändler einen weiteren Preisverfall – am Ende könnten die Häuser im Schnitt 60 bis 70 Prozent billiger als vor der Krise sein.
Manch ein Grieche rümpft die Nase angesichts der Sendung. Während der Dreharbeiten am bekanten Syntagma-Platz seien einige Umstehende skeptisch gewesen, räumt der Kopf der Sendung ein.
Stroumboulis aber wehrt sich gegen den Vorwurf, dem Land die Würde zu nehmen. Er selbst hat nie in Griechenland gelebt. Die Sendung ist für ihn eine Möglichkeit, seinem Heimatland zu helfen, und gleichzeitig selbst gute Geschäfte zu machen. „Greece is not for sale, but its real estate is", steht auf den T-Shirts von ihm und seiner Filmcrew – Griechenland ist nicht zu verkaufen, seine Immobilien durchaus.
Doch bis tatsächlich jemand eine Villa kauft, ist es ein weiter Weg. „Alle Ausländer sind zögerlich. Zum einen halten sie Griechen für Betrüger, zum anderen ist die Bürokratie im Land chaotisch", sagt George Moutzouris, Immobilienhändler auf der Insel Lesbos.
Helen Robinson hat fest vor, ein Haus zu kaufen. Die 61-jährige Chefin einer Rinderfarm im australischen North Queensland hat in den 60ern kurz in Griechenland gelebt, bevor politische Unruhen ihren griechischen Vater zwangen, die Familie aus dem Land zu bringen. Jetzt will sie eine Villa mit vier Schlafzimmern in der Nähe des Heimatdorfes ihres Vaters im Süden von Lesbos für 255.000 Euro kaufen. Der Immobilienhändler Dimitra Balkizas, der das Haus verkauft, sagt, es hätte vor vier Jahren 100.000 Euro mehr gekostet.
Menschen auf der Suche nach dem perfekten Haus oder der tollen Wohnung sind in Deutschland oder auch den USA schon längst ein beliebtes Sujet der Reality-Produzenten. George Stroumboulis' Sendung ist voll mit den Szenen, die sich hier und dort bewährt haben: Wählerische Käufer, die Haus für Haus durchlaufen und dabei ausführlich auf die Schattenseiten der Objekte aufmerksam machen.
Aber der griechische Markt hat durchaus seine Eigenheiten. „Mich stören die Ruinen", sagt etwa Helen Robinson in einer Folge schmunzelnd zu ihrem Immobilienmakler und zeigt auf eine alte, kaputte Steinmauer auf dem benachbarten Grundstück. Das Problem lässt sich lösen, sagt der Makler – der Nachbar verkaufe gerne sein Grundstück.
"Wir sind keine Rassisten"
Das Team folgt auch der Magazin-Verlegerin Sudha Nair-Iliades. Die 43-Jährige ist vor zwölf Jahren mit ihrem 55-jährigen Mann Stephane nach Griechenland gekommen. Weder sie noch er – Sohn griechischer Auswanderer – haben jemals im Land gelebt. Sie sagt, die Energie Athens habe sie mitgerissen. Die Verrücktheit und Anarchie würden sie an ihr Heimatland Indien erinnern, spaßt sie.
Sie und ihre vierköpfige Familie haben kürzlich eine Wohnung mit drei Schlafzimmern in Palaio Faliro, einem südlichen Vorort Athens, gekauft. Von dem achtstöckigen Haus aus schaut man auf den Hafen von Piräus und die Ägina-Insel. Die Aussicht war das wichtigste Argument, sagt Sudha Nair-Iliades. Aber sie fand auch Gefallen an dem Kamin – im warmen Mittelmeerland doch eher ungewöhnlich. Ein großer Teil der Gegend wurde zur Olympiade im Jahr 2004 neu entwickelt, sagt sie.
Beim Sender ist die Show beliebt. Sie sei ein willkommener Zusatz – zumal seit der Krise kaum Sendungen im Land gedreht werden, sagt die Programmkoordinatorin Leda Papachatzi. Und sie biete Gelegenheit, mit Vorurteilen aufzuräumen: „Wir haben keine Probleme mit Fremden", sagt sie. „Wir sind keine Rassisten – wir heißen sie willkommen."
Nair-Iliades sieht das ähnlich. In den zwölf Jahren, die sie in Athen lebt, habe sie sich nie unwillkommen gefühlt, sagt sie. Auch nicht als Immobilienkäuferin. „In einem Land, das so sehr von Tourismus abhängt, freuen sie sich sogar, dass wir Immobilien kaufen", sagt sie.
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de
GEORGE STROUMBOULIS, ERFINDER DER REALITY-SHOW HELLENIC HOME HUNTING.
Szene aus Hellenic Home Hunting: Ein kanadisches Paar und Immobilienmakler schauen sich im griechischen Stoupa ein Haus an.
The original German edition of The Wall Street Journal has closed. A copy of the German feature is preserved above.
Related coverage: the English-language Wall Street Journal feature on Hellenic Home Hunting.
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